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Siemens SINUMERIK Operate

Um die aktuellste Version der Anwendung SDA_Archive für SINUMERIK-Geräte zu erhalten, wenden Sie sich bitte an support@softwaredefinedautomation.io.

Inhaltsverzeichnis​

  1. Überblick
  2. Was ist neu
  3. Installation
  4. Konfiguration
  5. Backup-Formate
  6. Speicherung der Archive
  7. Logging

1. Überblick​

SDA_Archive ist eine Hintergrundanwendung zur Erstellung von Archiven für die SINUMERIK 840D sl und die SINUMERIK ONE. Sie kann entweder direkt auf der NCU oder auf dem IPC/der PCU innerhalb der HMI Operate ausgeführt werden.

Die Anwendung kommuniziert mit einem TCP-Client, von dem sie den Auftrag zur Erstellung des Archivs erhält. Das erstellte Archiv wird auf einem externen Samba-Laufwerk gespeichert.

Bestimmte Einstellungen und Standardparameter werden in einer Konfigurationsdatei festgelegt.

SDA_Archive wird über eingehende TCP-Pakete gesteuert. Diese Pakete übermitteln die erforderlichen Informationen und lösen die Erstellung eines Archivs aus. SDA_Archive sendet daraufhin TCP-Pakete zurück, die Informationen wie den aktuellen Status enthalten.

Note: Die Datenmenge, die in einem Archiv gesichert wird, wird von SDA_Archive nicht geprüft. Es liegt in der Verantwortung des Anwenders, sicherzustellen, dass auf dem lokalen Datenträger und im Zielverzeichnis genügend Speicherplatz für ein erstelltes Archiv vorhanden ist.

Note: Die Runtime-Option P60 (SINUMERIK Integrate Run MyHMI /3GL) wird auf dem Zielsystem benötigt, um die Anwendung ausführen zu können.


2. Was ist neu​

2.1 Version 1.0.0.0 — Grundfunktionen​

Aufgrund der Kompatibilität mit SINUMERIK Operate gibt es 4 versionsabhängige Pakete für bestimmte HMI-Operate-Versionen.

Die jeweiligen Ordner enthalten Dateien sowohl für die PCU50/den IPC (Windows) als auch für die NCU (Linux).

Bild: Versionsüberblick.

3. Installation​

Der Installationspfad hängt von der Zielhardware ab, auf der SDA_Archive installiert wird.

Im folgenden Text steht der Platzhalter <InstallationPath> für das Installationsverzeichnis von SINUMERIK Operate, das heißt:

  • C:\Program Files (x86)\Siemens\MotionControl\ bei der Installation auf einer PCU50 / einem IPC mit dem Betriebssystem Win7/Win10
  • \card\ bei der Installation auf einer NCU.

Schritte:

  1. Entpacken Sie die mitgelieferte ZIP-Datei in ein beliebiges Verzeichnis.
  2. Für eine Installation auf einer NCU ist es erforderlich, mit einem SCP-Client ( z. B. WinSCP) eine Verbindung zur Zielhardware aufzubauen:
    • Benutzer: manufact
    • Passwort: SUNRISE (oder aktuelles Herstellerpasswort)
  3. Kopieren Sie alle Ordner, die sich unter hmi befinden, nach: <InstallationPath>oem\sinumerik\hmi

CAUTION: Falls im Ordner <InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\cfg bereits eine Datei mit dem Namen systemconfiguration.ini existiert, sichern Sie diese Datei vor dem Kopieren. Führen Sie nach dem Kopieren die neue Datei mit der gesicherten zusammen.

Der folgende Eintrag muss vorhanden sein:

[oem_dirs]
OEM_1=sda_archive

Existiert bereits ein Eintrag mit dem Abschnitt [oem_dirs], dann übernehmen Sie nur den Eintrag OEM_1=sda_archive und passen die Nummer nach OEM_ an, z. B.: OEM_2=sda_archive

3.1 Installierte Dateien​

<InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\sda_archive\

  • versions.xml

<InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\sda_archive\appl

  • libSDA_Archive.so (NCU)
  • SDA_Archive.dll (PCU/IPC)
  • sda_archivedialog.hmi
  • versions.xml

<InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\sda_archive\cfg

  • sda_installation.ini
  • sda_tempinfo.ini
  • systemconfiguration.ini

<InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\sda_archive\lng

  • sda_archivedialog_deu.qm
  • sda_archivedialog_eng.qm

3.2 Zur Laufzeit erzeugte Dateien​

  • Temporäre Informationen über ein aktuell laufendes Archiv werden in einer lokalen Konfigurationsdatei gespeichert: <InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\sda_archive\cfg\sda_tempinfo.ini
  • Temporäre Speicherung des Archivs, bevor es in das Zielverzeichnis kopiert wird: Jede HMI Operate verfügt über ein temporäres Verzeichnis in ihrem Installationspfad.

3.3 Kommunikationsport​

Die Anwendung SDA_Archive lauscht auf eingehende TCP-Pakete, die von einem TCP-Client gesendet werden. Damit diese Pakete gelesen werden können, muss über HMI Operate ein Port geöffnet werden.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die von der HMI-Operate-Version und dem Zielsystem abhängen. Sie sind im Dokument „SINUMERIK 840D sl SINUMERIK Operate (IM9)“ unter Netzwerk konfigurieren > Einstellungen des Firmennetzes zu finden:

  • Über HMI Operate

    Unter Inbetriebnahme > Netzwerk > Firma > Ändern können zusätzliche Ports geöffnet werden. Beispielsweise muss TCP/8080 hinzugefügt werden, wenn in der Konfigurationsdatei der Port 8080 eingestellt wurde. Anschließend muss der Rechner neu gestartet werden.

  • Über die Konfigurationsdatei <InstallationPath>user\system\etc\basesys.ini

    Auf die Konfigurationsdatei kann über das Dateisystem zugegriffen werden, und der Port-Eintrag kann an der kommentierten Stelle hinzugefügt werden, zum Beispiel:

    ; Protocol/Port pairs to open in the firewall (e.g., TCP/5900, UDP/514, ...)
    FirewallOpenPorts=TCP/22 TCP/8080 TCP/102 TCP/5900

Auf einer PCU/einem IPC unter Windows hängt dies von den Firewall-Einstellungen ab; möglicherweise kann der Port ohne Änderung verwendet werden.

3.4 Eingabe des Passworts​

Zur Erstellung eines Archivs ist unter HMI Operate 4.x die Zugriffsstufe manufact erforderlich, unter HMI Operate 6.x die Zugriffsstufe Customer. Die Anwendung SDA_Archive setzt die Zugriffsstufe kurz vor der Archivierung und löscht sie wieder, nachdem die Archivierung ausgelöst wurde.

Standardmäßig wird das werkseitig eingestellte Passwort verwendet. Um das Passwort zu ändern, kann während der Inbetriebnahme eine zusätzliche Bildschirmmaske aktiviert werden, über die das neue Passwort eingegeben werden kann. Es wird dann verschlüsselt gespeichert.

Die Bildschirmmaske wird aktiviert, indem in <InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\sda_archive\cfg\systemconfiguration.ini die Kommentarzeichen ; entfernt werden; sie ist nach dem nächsten Neustart der HMI im Menü anwählbar.

Vorher — Kommentare aktiv, Passwortmaske deaktiviert:

;[areas]
;AREA0550= name:=SDA_Archive, dialog:=SDA_Archivedialog, panel:=SlHdStdHeaderPanel

Nachher — Kommentare entfernt, Passwortmaske wird angezeigt:

[areas]
AREA0550= name:=SDA_Archive, dialog:=SDA_Archivedialog, panel:=SlHdStdHeaderPanel

Die Bildschirmmaske erscheint nun auf dem nächsten freien Bereichsmenü-Softkey mit der Bezeichnung SDA_Archive. Durch Drücken des Softkeys wird die Maske zur Eingabe des Passworts geöffnet.

Bild: Anzeige des Bereichs-Softkeys SDA_Archive zum Öffnen der Passwortmaske.

Das vorherige Passwort wird nie angezeigt. Es wird ein leeres Eingabefeld dargestellt, in das das Passwort eingegeben werden kann. Über den Softkey „Passwort speichern“ wird das vorherige Passwort überschrieben.

Bild: Eingabe und Speichern des Passworts in der Passwortmaske.

3.5 Versionsanzeige​

Die Version der Anwendung wird in HMI Operate unter Diagnose > Version angezeigt, aufgelistet unter den OEM-Anwendungen.

Bild: Versionsanzeige

4. Konfiguration​

SDA_Archive wird über die Konfigurationsdatei sda_installation.ini konfiguriert. Diese Datei befindet sich im Verzeichnis: <InstallationPath>oem\sinumerik\hmi\sda_archive\cfg.

Hier können auch Standardeinträge hinterlegt werden, die nicht über die TCP-Kommunikation gesendet werden müssen. Werden die Einträge dennoch über TCP gesendet, werden die Werte aus dem TCP-Paket verwendet.

4.1 Aufbau der Konfigurationsdatei​

Die Initialisierungsdatei sda_installation.ini definiert das Erscheinungsbild der Masken und die zu sichernden Daten.

Die Initialisierungsdatei ist in 3 Abschnitte unterteilt:

  • Der Abschnitt [Network] enthält die Einstellungen für die Kommunikation mit dem TCP-Client, der die Aufträge initiiert.
  • Der Abschnitt [Config] erlaubt die Konfiguration des Pfads zur Speicherung einer vereinfachten Benutzer-Logdatei.

Kommentarzeilen werden durch das Kommentarzeichen ; eingeleitet. Das Kommentarzeichen muss ganz am Anfang einer Zeile stehen. Es sind nur vollständige Kommentarzeilen zulässig.

4.1.1 Beschreibung des Abschnitts [Network]​

EintragBeschreibung / WertebereichStandard
ServerPortPortnummer, an die sich die Anwendung bindet, um auf TCP-Pakete zu lauschen. Dieser Port muss offen und in der Plattform entsprechend konfiguriert sein.8080

4.1.2 Beschreibung des Abschnitts [Config]​

EintragBeschreibung / WertebereichStandard
LogFilePfad, in dem die Logdatei erstellt wird. Angabe als relativer Pfad ausgehend von <InstallationPath>.

4.2 Bedeutung der Komponenten​

Die folgenden Komponenten-Schlüsselwörter sind sowohl in der Konfigurationsdatei als auch beim Senden über den TCP-Client gültig:

Tabelle 1 — Komponenten-Schlüsselwörter für SINUMERIK 840D sl

SchlüsselwortBeschreibung
NCUAlle NC-Daten
NCUCOMPAlle NC-Daten + Kompensationsdaten (enthält also auch NCU)
PLCPLC-Daten
COMPILECYCLESCompile-Zyklen-Daten
DRIVESAntriebsdaten (Binärformat)
DRIVES_ASCIIAntriebsdaten (ASCII-Format)
HMIHMI-Daten
ALLDefiniert die Auswahl der folgenden Komponenten: NCUCOMP│PLC│COMPILECYCLES│DRIVES│HMI

Tabelle 2 — Komponenten-Schlüsselwörter für SINUMERIK ONE

SchlüsselwortBeschreibung
NCKAlle NC-Daten
PLCPLC-Daten
DRVAntriebsdaten (Binärformat)
DRV_ASCIIAntriebsdaten (ASCII-Format)
HMIHMI-Daten
SYSSystemeinstellungen
NCextendErweiterter NC-Speicher
ALLDefiniert die Auswahl der folgenden Komponenten: NCK│PLC│SYS│DRV│HMI

4.3 Beispiel​

[Network]
; The TCP server listens on this port.
ServerPort=8080

[Config]
; Path of the log file.
LogFile=/oem/sinumerik/hmi/appl

5. Backup-Formate​

Je nach Steuerungsgeneration werden für die Archivierung unterschiedliche Formate verwendet:

  • SINUMERIK 840D sl: Backups werden als .arc-Archive erstellt.
  • SINUMERIK ONE: Backups werden als .dsf-Archive erstellt.

6. Speicherung der Archive​

Für älteren HMI-Operate-Softwareversionen ist SMB v1 erforderlich; neuere Versionen verwenden SMB v2/3. Der Server, der die Netzwerkfreigabe bereitstellt, muss daher SMB v1/2/3 unterstützen.

Damit keine dauerhafte Verbindung offen gehalten wird, wird die Verbindung zum Samba-Laufwerk erst aufgebaut, nachdem das Archiv in einem temporären Ordner erstellt wurde. Das Archiv wird dann in das entfernte Verzeichnis verschoben, und die Verbindung wird wieder geschlossen.


7. Logging​

7.1 Vereinfachtes Logging​

Beim vereinfachten Logging werden grundlegende Informationen über den Ablauf und die Kommunikation in eine Datei geschrieben. Die Logdatei wird automatisch in dem in sda_installation.ini konfigurierten Pfad gespeichert. Dieses Logging ist immer aktiv und erfordert keine zusätzliche Konfiguration.

7.2 SLTrace-Logging​

Das SLTrace-Logging ist die erweiterte Variante, die von allen Anwendungen in Operate verwendet wird. Hier können detaillierte interne Trace-Informationen aktiviert werden, die vor allem für Entwickler und die tiefgehende Fehleranalyse vorgesehen sind. Damit lassen sich deutlich umfassendere und feiner granulierte Logdaten aufzeichnen.

Dieser Trace muss zunächst über HMI Operate aktiviert und konfiguriert werden. Navigieren Sie dazu zu Inbetriebnahme > HMI > Diagnose > HMI-Trace > Erweitert. Beginnen Sie in der Combobox unten links im Modul SLTrc.

Die folgenden Einstellungen sollten durch Ankreuzen der entsprechenden Checkboxen aktiviert werden:

  • ! add: file/linenumber
  • ! add: timestamp
  • ! datasink: file
Bild: Einstellung im Modul SLTrc.

Wechseln Sie nun über die Combobox unten links in das Modul SDA_ARCHIVE und drücken Sie den horizontalen Softkey „ Preferred Trace“, der die Trace-Einstellungen setzt.

Bild: Trace-Einstellungen im Modul SDA_ARCHIVE.

Von nun an werden Informationen in die Datei sltrc.out unter /user/sinumerik/hmi/log/sltrc geschrieben. Im Fehlerfall ist diese Datei für die Entwicklung zur tiefgehenden Diagnose relevant.